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Internet Professionell 
Heft 3  März.1999 (deutsche Ausgabe)   
 

Der Hammer im Web  
von Reiner Gärtner (San Francisco) 

Seite 65 :  
"Wir filtern Donald Ducks heraus" 
Interview mit Peter E. Newton,  
ehemaliger Programmierer Feininger Online-Auktionen, Berlin.

 

Peter E. Newton ehemaliger Programmierer von Feininger Online Auktionen

  
Internet Pro: Wie beurteilen Sie den Online-Auktionsmarkt Anfang 1999 ? Welches Potential sehen Sie für die (nahe) Zukunft ? 
Newton: Der Online-Auktionsmarkt in Deutschland wird nach unserer Einschätzung 1999 geradezu explodieren. Wir sind von dem großen Zulauf selbst überrascht worden. Offensichtlich ist für den Erfolg der Auktionen entscheidend, daß die Waren in einer Auktion auch tatsächlich verkauft und nicht nur angeschaut werden. Das heißt, daß circa 40 Prozent aller bei uns angebotenen Artikel oberhalb des Mindestlimits - also erfolgreich - innerhalb der Auktionszeit von einem bis 14 Tagen verkauft werden. 

Wieviele Benutzer bieten täglich mit ? 
Die Zahl der Seitenzugriffe hat inzwischen monatlich eine Million weit überstiegen. Wir stellen fest, daß die Zahl der Surfer und ebenso die der registrierten Mitglieder exponentiell wächst - jeden Monat verdoppelt sich momentan die Zahl der Nutzer. 
Die allermeisten Surfer machen dabei auch aktiv mit. 

Nehmen Sie ähnlich wie eBay eine "Hands-off"-Position ein,  
das heißt: Was passiert, wenn Verkäufer illegale Produkte, Pornos oder Raubkopien anbieten ? 
Nach unseren Versteigerungsbedingungen sind derlei Produkte ganz klar unzulässig. Unser Serviceteam hat darauf ein besonderes Augenmerk. Da wir eine familienfreundliche Website betreiben, werden Pornos und ähnliches sofort gelöscht. Der Anbieter erhält eine freundliche, aber klare Warnung. Im Wieder- holungsfall sperren wir dann einen uneinsichtigen Anbieter. 

Was passiert mit sogenannten "shill bidders" (Benutzer, die dabei helfen, den Kaufpreis hochzutreiben) ? 
Das ist momentan zwar noch kein großes Thema, aber unsere Software wird gerade auf das Aufspüren von "shill bidders" programmiert. Unser neues Fraud-Detection-System filtert bereits jetzt die "Donald Ducks" und unseriöse Teilnehmer heraus. Wir wollen, daß bei unseren Auktionen alles offen und ehrlich abläuft. Neue Software-Routinen helfen dabei und schlagen bei unserem Service- team Alarm, wenn Schweinereien passieren oder Auktionen unlogisch oder frag- würdig sind - zum Beispiel bei Phantasiegeboten. Ein Servicemitarbeiter prüft dann den Vorgang und trifft geeignete Maßnahmen. 

Wie schaffen Sie eine Vertrauensatmosphäre zwischen den Mitbietern und Verkäufern ? 
Wir haben ein Feedback-System erstellt und werden es in den nächsten Tagen aufschalten. Zusätzlich haben wir uns ein Rating-System ausgedacht, bei dem Anbieter und Bieter für besondere Zufriedenheit der Geschäftspartner Punkte sammeln können. Viele Punkte und Sterne signalisieren : Dieser Partner ist besonders vertrauenswürdig. 

Woraus generieren sie Ihren Umsatz ? 
Welches Business-Modell steckt hinter Feininger ? 
Grundsätzlich gibt es fünf Möglichkeiten für den Veranstalter seine Kosten zu decken : 1. die Versteigerung von Eigenware; 2.. die Vermietung von Exklusivzugängen für Anbieter; 3. der Verkauf von Werbung (zum Beispiel Banner); 4. Provisionen für erfolgreiche Verkäufe, und 5. Gebühren für das Posten von Angeboten. Wir prüfen alle diese Varianten gerade, präferieren aber momentan das Modell 3 - also Werbeeinnahmen. Für welche Extraleistungen der Teilnehmer eine kleine Gebühr zu zahlen bereit ist, wird die Zukunft zeigen. Momentan jedenfalls verlangen wir weder Gebühren noch irgendwelche Provisionen. Das heißt, für alle Nutzer unserer Auktion ist die Teilnahme völlig kostenlos.

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